Wattenscheider Tafel

 - wöchentliche Ausgabe von Lebensmitteln

„Es ist keine Kunst, ein ehrlicher Mensch zu sein, wenn man täglich Suppe, Gemüse und Fleisch zu essen hat“, hat der Schriftsteller Georg Büchner einmal gesagt. Heute haben wir die Überfluss- und Wegwerfgesellschaft auf der einen Seite - und Menschen, die inmitten dieser Gesellschaft am Existenzminimum leben, auf der anderen. Es gibt sie, die Armut mitten in einem Wohlstandsland, die so genannte "Neue" Armut.

Auf dem Hintergrund dieser Erkenntnis wurde ein gemeinnütziger Verein gegründet, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Lebensmittel zu sammeln, die noch verwertbar sind und sonst weggeworfen würden. Diese Lebensmittel werden an Menschen, die es nötig brauchen, verteilt. 1993 wurde die erste "Tafel" in Berlin gegründet, mittlerweile gibt es in deutschen Städten schon insgesamt ... Tafeln. Für den Bereich Bochum ist die "Wattenscheider Tafel e.V." zuständig.

Jeder, der bedürftig ist, ist willkommen. Das kann jemand sein, der auf der Straße lebt, das kann eine allein erziehende Mutter sein, die mit einem Minimum an Unterhalt auskommen muss. Das kann ein Rentner oder eine Rentnerin sein, die mit einer geringen Rente auskommen muss und jeden Cent mehrmals umdrehen muss, bevor er guten Gewissens ausgegeben werden kann.

Die Tafelarbeit macht es sich zur Aufgabe, Lebensmittel bei Lebensmittel-Unternehmen, Supermärkten, Großmärkten, Bäckern und Metzgern zu sammeln und an Menschen aus der Umgebung weiterzugeben.

Dabei helfen ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus unserer Gemeinde seit Mitte Februar mit. Am 13. Februar traf man sich zum ersten Mal. Vormittags waren 32 Tüten voller Lebensmittel von der Tafel im Gemeindehaus Wittenbergstraße 11a angeliefert worden. Sie waren randvoll gefüllt mit Brot, Brötchen, Wurst, Käse, Butter, Joghurt, Obst und Gemüse. Sogar eine Packung Bonbons (nicht nur Kinder essen gern ab und zu mal was Süßes) war in der Tüte. Als Dreingabe gab es für jeden noch ein großes Stück frische Fleischwurst.

Aufgeregt warteten die Helferinnen und Helfer auf ihre erste "Kundschaft". Zur Überraschung aller waren bis 13.00 Uhr fast alle Tüten verteilt. Obwohl die Ausgabestelle bisher nicht bekannt war, fanden ca. 25 Menschen den Weg ins Gemeindehaus.

Das Mitarbeiterteam freut sich auf die Weiterarbeit und lädt alle Bedürftigen herzlich dazu ein. Die Mitarbeitenden bieten jeden Mittwoch ab 10 Uhr im Gemeindehaus Alte Bahnhofstr. 28-30 Kaffee und Tee für die Wartenden an, zwischen 11 und 11.30 Uhr erfolgt dann die Lebensmittelausgabe.

 

Seit Oktober hat mittwochs von 10 -12 Uhr eine kleine Kleiderkammer für die Kunden der Tafel im geöffnet.

Hier kann gegen eine kleine Spende getragene Kleidung erworben werden.

Unsere Mitarbeiterinnen nehmen auch Kleiderspenden (gut erhalten, frisch gewaschen und jahreszeitlich passend) entgegen.

(Wir bitten Sie aber zugleich auch, Ihre Kleiderspenden weiterhin regelmäßig dem Arbeitslosenprojekt KIRINA zur Verfügung zu stellen. Dort wird in größerem Umfang Kleidung weitergegeben; auch diese Arbeit will unsere Kirchengemeinde weiter unterstützen.)